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{musikalisch}

Gospel- und Spiritualmusik haben ihre Gemeinsamkeiten erst im 18. Jahrhundert in den Nordamerika entwickelt.
Auch die europäischen Einwanderer nannten ihre geistlichen Gesänge Spirituals; ihre Inhalte waren jedoch völlig verschieden: Der Mittelpunkt der afrikanischen Musik war vor allem die Einheit von Natur, Mensch und spiritueller Verbundenheit mit einer übersinnlichen Energie; die “weißen” Texte europäischer Siedler dagegen wurzelten in der christlichen Weltanschauung.
Bei der Verschmelzung dieser sehr unterschiedlichen Ansätze ist die abendländische Tradition heute stark hinter die afrikanischen Einflüsse zurückgetreten. So werden Spirituals heute weitestgehend von Percussion-Instrumenten, afrikanischen Rhythmen und dem Ritual von “call and response” (der Solist singt vor und der Chor antwortet) beherrscht.
Dieser Ablauf verleiht dem Gesang Eindringlichkeit und eine emotionale Steigerung, die bisweilen zu tranceähnlichen Zuständen führt. Der Ausdruck der Gefühle ist aber nicht auf die Stimmen des Chors beschränkt, sondern wird z. B. vom Händeklatschen, Fingerschnippen und Fußstampfen der ganzen Gemeinde begleitet und gesteigert.

{politisch}

Die frühen Gospel wurden mündlich überliefert – das lag zum einen an den versteckt abgehaltenen Gottesdiensten, die an geheimen Plätzen stattfanden, wo man nur leise predigen, beten und singen konnte und die deshalb “hush harbors” (Stiller Hafen) genannt wurden. Andererseits blieb den Afro-Amerikanern der Zugang zu modernen Verbreitungsformen lange Zeit versagt.

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Die Musik war auch die einzige Möglichkeit der Sklaven, codierte Informationen zu verbreiten. Botschaften in den Liedern sollten den Weg in die Freiheit vorbereiten, denn es gab Geheimpfade und Menschen beider Hautfarben, die als Fluchthelfer fungierten. Sie verhalfen geflüchteten oder befreiten Sklaven immer wieder in die Freiheit im Norden der USA. Das System war die “underground railroad“ (Untergrund-Eisenbahn). Heute wird die Gospelmusik immer noch von religiösen Inhalten bestimmt; allerdings wird gleichermaßen der Sehnsucht und der Hoffnung nach einem Leben ohne Vorurteile in unserer Gesellschaft Ausdruck verliehen.

Dieter Krutz: “Einmal seufzen, bitte!”

All unsere Fortschritte und kleinen Erfolge wären nicht möglich ohne das Engagement von Chorleiter Dieter Krutz, der jeden von uns zu Höchstleistungen führt. Manchmal bringt er uns auch zum Lachen oder zum Verzweifeln… Stichwort: “Wollt Ihr atmen oder singen?“ Wenn er aber dann mit verschwörerischer Geste “Das ist Magie…! ” in die Runde raunt, ist eines gewiss: Dieter Krutz bringt uns und unsere Herzen zum Singen.

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